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Stories
04/21/2020

Ein betrunkener Tarantino pitchte Pierce Brosnan einst einen Bond-Film

Der "Kill Bill"-Macher traf sich vor Jahren mit Pierce Brosnan, um diesem eine Idee für einen Bond-Film anzupreisen. Ebenfalls am Treffen beteiligt: mehr als nur ein paar Martinis.

Habt ihr euch schon mit dem Gedanken angefreundet, dass Daniel Craig bald nicht mehr James Bond spielen wird? Langsam wird's ja Zeit dafür, immerhin hätte sein letztes Abenteuer als 007 schon anlaufen sollen (der geplante Start von "Keine Zeit zu sterben" wurde in letzter Minute wegen Corona verschoben). Und immerhin hat er es auch auf einen Bond-Film mehr gebracht als sein Vorgänger.

Pierce Brosnan war zwischen 1995 und 2002 in insgesamt vier Filmen als Doppelnull-Agent zu sehen. Dass er die Rolle dann in keinem weiteren Film verkörperte, lag aber nicht daran, dass ihn in Hollywood niemand mehr als 007 sehen wollte. Im Gegenteil: Kein Geringerer als Quentin Tarantino hatte 2004 eine zündende Idee für einen Bond-Film, den er unbedingt mit Brosnan umsetzen wollte.

Also lud der "Pulp-Fiction"-Macher den Iren zu einem Treffen ins Four Seasons Hotel in Hollywood ein – und ließ ihn dort erst einmal: warten. Brosnan gönnte sich einstweilen ein paar Martinis und war bereits recht angeheitert, als schließlich auch Tarantino aufkreuzte. Der zog nach und hatte ebenfalls schon einen guten Pegel, als er das Gespräch auf den eigentlichen Grund ihres Treffens lenkte. Angeblich schlug Tarantino auf den Tisch und meinte: "Du bist der beste James Bond, ich will James Bond machen." Brosnan wollte ihn bitten, sich zu beruhigen, "aber man sagt Quentin Tarantino nicht, dass er sich beruhigen soll."

Wie die Bond-Ideen von Quentin Tarantino nun ausgesehen haben? Das wollte der Ex-007-Darsteller im mehr als zweistündigen "GoldenEye"-Watchalong leider nicht verraten. Allerdings hat der Kultregisseur früher selbst schon mal fallen lassen, dass er versuche, sich die Rechte am Stoff von "Casino Royale" zu sichern. Uma Thurman hätte in seiner Schwarz-Weiß-Version Vesper Lynd spielen und Brosnan noch einmal als Bond zurückkehren sollen.

Wie auch immer die Pläne, die Tarantino betrunken im Four Seasons vorstellte, im Detail ausgesehen haben mögen: laut Brosnan wäre daraus ein sehenswerter Film geworden. Die Verantwortlichen waren vom Konzept allerdings weniger begeistert – der Film wurde schließlich von "GoldenEye"-Regisseur Martin Campbell gedreht, Brosnans Lizenz zum Töten ging an Daniel Craig. Und Tarantino? Der fühlte sich um seine Gelegenheit beraubt und wollte sich Campbells "Casino Royale" dem Vernehmen nach nicht einmal mehr anschauen.