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Stories
04/10/2020

Hasenstark: Filme fürs Osterfest im Heimkino

Im Gegensatz zu Feiertagen wie Weihnachten und Halloween ist Ostern in Film und Fernsehen eher unterrepräsentiert. SKIP feiert trotzdem das Fest der Auferstehung – mit Heimkino-Angeboten rund um den christlichen Erlöser, gut versteckten bunten Eiern und ein paar legendären Hasen.

Auch wenn das Eierpecken im erweiterten Familienkreis dem Distanzierungsgebot zum Opfer fällt: Ostern ist noch nicht aus dem Kalender gestrichen! Statt sich aber nur sinnlos mit Eierlikör zu betrinken (trotzdem natürlich eine Option!), empfehlen wir, sich einfach mit österlicher Film- und Fernsehkost einzudecken. Dieses Jahr kommt das SKIP-Feiertagsprogramm per Streaming aus dem Internet oder altmodisch auf DVD. Frohe Ostern!

 

Bibelkino

Mit dem Titel "Die größte Geschichte aller Zeiten" (Amazon) kann man einfach nichts falsch machen. Und mit so einer Starbesetzung (Max von Sydow als Jesus, Charlton Heston als Johannes der Täufer, Donald Pleasence als Satan u. v. v. a.) erst recht nicht. Ein weiterer klassischer Monumentalfilm, den man gesehen haben sollte, ist "Ben Hur" von 1959 (Amazon) – wieder mit Charlton Heston, der hier als kriegerischer Titelheld durch das Leiden Jesu endlich Frieden findet. Wer den Heiland lieber im Weichzeichner sieht, gönnt sich Franco Zeffirellis ursprünglich als TV-Serie konzipiertes Sechsstundenwerk "Jesus von Nazareth"  – evangelientreu und brav, deshalb auch regelmäßig in Bibel-TV zu sehen.

 

Easter Horror

Brutaler Serienmörder im Hasenkostüm killt sich Jahr für Jahr zu Ostern durch Texas, weil er die Leute dort nicht spirituell genug findet: "Serial Rabbit" macht massenmordenden Kino-Weihnachtsmännern Konkurrenz. Das Motto des exzellent blöden "Easter Bunny, Kill! Kill!" lautet „Dieses Jahr gibt’s keine Auferstehung“. Kein Wunder, mordet doch auch hier ein als Hase verkleideter Irrer munter vor sich hin. Anspruchsvolleren Grusel – und einen Hasen, dem man wirklich zu keiner Jahreszeit begegnen will – bietet Richard Kellys "Donnie Darko": Zeitreisen, Katastrophen, absolute Weirdness-Garantie.


Jesus the Man

Dass Mel Gibson das Leiden des Erlösers als Torture Porn und noch dazu auf Aramäisch inszenieren würde, hätte niemand gedacht. Die "Passion Christi" (Amazon) ist nicht nur deshalb überraschend und zeigt den Kreuzweg bis zum bitteren Ende. Der italienische Regisseur Pier Paolo Pasolini inszenierte die Biografie des Jesus von Nazareth in "Das 1. Evangelium – Matthäus" (Sky) in kargem, schlichtem Schwarzweiß und erzählt auf meisterliche Art vom Außenseiter, der gegen das Establishment ankämpft. Ebenso kein Teil der besseren Gesellschaft ist der Titelheld von "Das Leben des Brian" (Amazon & Netflix), der zur gleichen Zeit wie Gottes Sohn in Judäa lebt, aber immer nur Pech hat. Monty Python waren im Kino nie besser.

 

Osterklang

Manchmal braucht man einfach ein bisschen Musik … Als noch nicht das Leben jedes Würstelverkäufers als Musical verbraten wurde, ließ die „Rockoper“ "Jesus Christ Superstar" (Amazon) den Herrn als Hippie antreten – mit mitreißender Musik von Andrew Lloyd Webber. Das Problem dabei: Hippies vergönnt man von vornherein nichts Gutes … Dann schon eher dem wunderbaren Duo Fred Astaire und Judy Garland im Filmmusical-Klassiker Osterspaziergang alias "Easter Parade" (Amazon), der zur Musik von Irving Berlin eine Liebesgeschichte zwischen Tänzer und Tänzerin erzählt (und österliche Frühlingsgefühle weckt).

 

Feiertagsfernsehen

Auch im TV spielt Ostern eine Rolle – wenn auch meistens in picksüßen Kitschepisoden von Familienserien und Sitcoms. Einen witzigeren Umgang mit dem Fest pflegen da schon die Macher von "South Park" mit ihrem "Fantastic Easter Special" (dt.: "Der Osterhasen-Code"; Staffel 11, Folge 5; USA 2007; Amazon & Netflix), das die große Verschwörung gegen Ostern in einer irren Folge à la Dan Brown abhandelt. In der Folge "Komm zu Jesus" der Fantasy-Serie "American Gods" (Staffel 1, Folge 8; USA 2017; Amazon) bekommen wir dafür eine gewisse Ostara zu sehen, die angeblich eine germanische Frühlingsgöttin war. Daran zweifelt die Wissenschaft zwar, aber es ist ja auch nur Fernsehen …

 

Osterhase(n)

Kommen wir also zu jenem Tier, den man zu diesem Anlass sowieso nicht ausweichen kann. "Peter Hase" (Amazon/Sky) mischt Real- und Animationsfilm, ist ein Familien-Kassenschlager, präsentiert Figuren wie Flopsi, Mopsi und Wuschelpuschel. Existiert wahlweise auch als reine Zeichentrickserie. Noch österlicher kommt "Hop – Osterhase oder Superstar" (Amazon/Netflix/Sky) daher, der uns auf die Osterinsel, in die unterirdische Süßigkeitenfabrik des Osterhasen, entführt. Ächz. Wenigstens ist David Hasselhoff (als er selbst) dabei. Die Kinder wird’s freuen – ebenso wie der DreamWorks-Streifen "Die Hüter des Lichts" (Amazon), in dem Meister Hase zusammen mit Weihnachtsmann, Zahnfee etc. die Träume und den Glauben des Nachwuchses vor Albträumen retten soll.

 

Profi-Hase

Wenn man seine Hasen etwas abgeklärter schätzt und Filme bevorzugt, bei denen man als Elternteil nicht unter Zwang zuschauen und dabei gute Laune simulieren muss, dann bleibt als letzter (und vielleicht bester) Ausweg neben dem Klassiker Bugs Bunny immer noch der animierte Hase, der im nicht nur tricktechnisch revolutionären Robert-Zemeckis-Film "Falsches Spiel mit Roger Rabbit" (Amazon) als Star in einem Hollywood agiert, wo Menschen und Zeichentrickfiguren nebeneinander leben und spielen. Auch heute noch ein hinreißendes Filmvergnügen.