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Stories | Interviews
10/28/2019

Sagen und Fragen: André Øvredal zu "Scary Stories To Tell In The Dark"

Für seinen ersten Hollywood-Film wurde der norwegische Regisseur André Øvredal (Trollhunter) von Guillermo del Toro persönlich ausgewählt. In "Scary Stories To Tell In The Dark" vermochte er die Kreaturen aus der gleichnamigen Buchreihe denn auch gleich mit großem Gruselgewinn zum Leinwandleben zu erwecken. Welche davon ihn speziell fasziniert hat, verriet er uns im Interview.

SKIP: Mr. Øvredal, zuerst einmal Glückwunsch dazu, dass Ihr Film "Scary Stories To Tell In The Dark" in den USA schon so erfolgreich gelaufen ist. Sind Sie erleichtert?

André Øvredal: Selbstverständlich. Ich freue mich speziell für jeden Einzelnen, der jahrelang daran mitgearbeitet hat. Es ist natürlich für alle eine riesige Bestätigung, wenn man einen Film auf dem Markt hat, der so gut läuft. Es war ja durchaus nicht unriskant, diesen Film zu produzieren. Er basiert zwar auf einer in den USA sehr bekannten Buchreihe, kommt aber komplett ohne große Schauspielernamen aus. Natürlich gab es ein gewisses Risiko. Aber der Film hat zwei wirklich nicht zu unterschätzende Anreize. Zum einen ist da natürlich Guillermo del Toro, der ein absolutes Genie ist und der als Autor und Produzent maßgeblich in die Entstehung involviert war. Zum anderen sind das natürlich die Bücher selbst, die in den Staaten einen enormen Bekanntheitsgrad haben. Warum hätte es also nicht klappen sollen? Wir waren da immer sehr zuversichtlich.

Die Bücher sind ja vor allem wegen der Illustrationen von Stephen Gammell legendär. Wie bleibt man dieser genialen Vorlage treu und schafft es dennoch, eine eigene Note reinzubringen? Und wie haben Sie überhaupt entschieden, welche der Wesen und Geschichten vorkommen sollen?

Seine Illustrationen waren definitiv eine große Inspiration. Wir haben sie in visueller Hinsicht als eine Art Guide betrachtet, an dem wir uns abgearbeitet haben. Ich habe die Bücher ja erst durch die Arbeit am Film entdeckt, Guillermo wiederum liebt sie bereits seit seiner Jugend. Die eigentliche Auswahl der verwendeten Kreaturen erfolgte dann fast wie in einer Casting-Show (lacht).

Welche war denn am schwierigsten umzusetzen?

Wahrscheinlich die Pale Lady. Weil sie einerseits so gutmütig und sanft erscheint, andererseits aber so unheimlich und unbarmherzig ist. Und im Prinzip macht sie ja auch gar nichts … Sie ist eine wirklich extrem faszinierende Figur.

Was macht für Sie die ungebrochene Faszination solcher Fabeln und Schaudermärchen aus?

Sie erinnern einen an etwas, das man so oder so ähnlich schon mal als Kind erzählt bekommen hat. Und sie regen einen zum Grübeln an: Basiert das zumindest zum Teil auf einer wahren Geschichte? Oder ist das alles reine Fiktion? Diese Ambiguität kann hochgradig faszinierend sein.

Sagen, die dich jagen. In der von Guillermo del Toro ("Shape of Water") geschriebenen und produzierten Verfilmung einer populären Kindergruselbuchreihe werden Urban Legends und Ammenmärchen mit fürchterlichen Folgen Wirklichkeit.