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Stories | Interviews
11/01/2019

Massenbester: Bora Dagtekin zu "Das perfekte Geheimnis"

Master of Mainstream. Millionen Fans feiern seine Serien und lachen bei seinen Filmen: Wir haben "Fack ju Göhte"-Macher Bora Dagtekin zu seiner neuen Komödie befragt.

Bei Erwähnung seines Namens klingelt zumindest bei Kennern der "Fack ju Göhte"-Reihe etwas. Auf der Straße dürften Bora Dagtekin hingegen einige auf den ersten Blick eher noch mit seinem Stammstar Elyas M’Barek verwechseln, als gleich zu erkennen, wen sie da vor sich haben: den derzeit erfolgreichsten Regisseur im deutschen Sprachraum. Dass seine Filme für ein Massenpublikum gemacht sind, damit geht Dagtekin übrigens sehr offen um. Leugnen wäre natürlich ohnehin zwecklos, haben doch alleine die drei "Fack ju Göhte"-Teile über 21 Millionen Zuschauer in die deutschen Kinos gelockt. Sie sind also waschechtes Mainstreamkino – aber mit Hirn, selbst der Feuilleton hat sich mit Freude an ihnen abgearbeitet.

Bevor Bora Dagtekin dem mitunter etwas verschmähten Filmgenre der deutschen Komödie zu neuen Höhenflügen verholfen hat, fungierte er als Schöpfer quotenstarker Fernsehserien. Produktionen wie "Doctor's Diary" und "Türkisch für Anfänger" trauern zahlreiche Fans bis heute nach – und fragen Florian David Fitz und Elyas M’Barek zwischen Autogramm und Selfie, ob’s nicht doch noch eine Chance auf eine Fortsetzung gibt. Die beiden waren ja auch tatsächlich wegen ihrer neuerlichen Zusammenarbeit mit Bora Dagtekin in Wien: die Ensemble-Beziehungskomödie „Das perfekte Geheimnis“ feierte ihre große Österreichpremiere mit rotem Teppich und allem Drum und Dran. Dass sich die Fanscharen dabei eher auf die Darsteller, als auf den Regisseur stürzten, hatte auch seine Vorteile. So hatte der freundliche Mastermind hinter dem ganzen Spaß die Gelegenheit, uns einige Fragen zu seinem neuesten Streich zu beantworten, bevor alles in den großen Saal strömte.

 

 

SKIP: Sie haben mit den meisten Ihrer Cast-Mitglieder schon zuvor zusammengearbeitet, Elyas M’Barek spielt sogar schon zum fünften Mal in Folge die Hauptrolle in einem Ihrer Filme. Haben die Darsteller vorher überhaupt das Drehbuch gelesen oder haben sie sofort zugesagt?

Bora Dagtekin: Ich bin sehr dankbar, die haben nämlich wirklich alle sofort Bock gehabt mitzumachen. Sie haben das Drehbuch aber schon noch vorher lesen dürfen. Wr haben es dann auf die Schauspieler auch noch ein bisschen angepasst.

Für "Das perfekte Geheimnis" haben Sie ein beeindruckendes Ensemble versammelt. War da von Anfang an klar, wer wen spielt?

Wir haben anfangs so ein bisschen rumprobiert. Wir haben’s ein bisschen angespielt und verschiedene Konstellationen ausprobiert. Die Konstellation, die man jetzt im Film sieht, ist die, die glaube ich, am cleversten ist. Die also für alle Schauspieler am besten passt und die den Film am besten macht.

Im Film nehmen sich die Charaktere ja immer wieder alle auf den Arm. War das hinter der Kamera genauso? Wurden am Set fies-freundliche Späße gespielt?

Die Stimmung war auf jeden Fall sehr gut am Set. Es war echt super spaßig, es waren auch alle miteinander befreundet. Es war direkt eine gute Atmosphäre. Es ging also richtig locker zu, es wurde viel verarscht und viel veräppelt. Aber alles super charmant.

Bei Ihrem Film handelt es sich um ein Remake der italienischen Komödie "Perfetti Sconoscuitti". Wie sehr unterscheidet sich "Das perfekte Geheimnis" vom Original?

Also: Wer das Original kennt, der muss keine Sorge haben. Es ist relativ viel anders. Unsere Version ist ein bisschen unterhaltsamer, es gibt viele neue Geheimnisse. Vor allem die zweite Hälfte ist ziemlich anders. Aber ich will nicht zu viel verraten.

Wie stehen die Chancen auf eine Fortsetzung? Gibt es dafür Potential?

Also erstmal ist das nicht angedacht. Ob’s das Ende hergibt, kann ich jetzt natürlich nicht verraten – das wäre ja gespoilert!