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09/09/2019

Viennale 2019: Vorschau voll Vorfreude

Vom 24. Oktober bis 6. November findet Österreichs größtes Filmfestival bereits zum 57. Mal statt – mit einer Highlights-Schau der diesjährigen Festivalsaison, spannenden Nebenschienen und Schmankerln aus heimischer Produktion.

Auch in ihrer zweiten Saison als Viennale-Chefin hat Eva Sangiorgi gemeinsam mit ihrem Team ein cineastisch gehaltvolles Deluxe-Programm zusammengetragen. Jenes wartet mit unzähligen Delikatessen der heurigen Selektionen der Premium-Filmfestivals von Berlin, Cannes und Venedig auf, aber auch mit noch drehfrischen Programmkino-Krachern der kommenden Monate – und ist darüber hinaus noch für mannigfaltige Entdeckungen in mitunter wenig erforschten Nischen gut. Als eines der großen Highlights darf sicher Noah Baumbachs meisterliches Eheauflösungsdrama "Marriage Story" mit Scarlett Johansson und Adam Driver betrachtet werden, einer der famosesten Filme dieses Jahrgangs. Im Hauptprogramm werden unter anderem aber auch die neuen Arbeiten von Arthouse-Größen wie Lav Diaz ("Ang Hupa"), Elia Suleiman ("It Must Be Heaven"), Marco Bellocchio ("Il Traditore") oder den Gebrüdern Dardenne ("Le Jeune Ahmed") aufgeboten. Ebenso auf dem Spielplan stehen Agnès Vardas finaler Film "Varda par Agnès", Bertrand Bonellos untypischer Untotenschaudervehikel "Zombi Child" sowie die ausgezeichneten Doku-Arbeiten "Hail Satan?" und "A Dog Called Money" (mit PJ Harvey!).

Eröffnet wird diese 57. Viennale-Ausgabe am 24. Oktober von Céline Sciammas "Porträt einer jungen Frau in Flammen", das in Cannes mit dem Preis für das beste Drehbuch ausgezeichnet wurde. Ebenda erhielt auch die Britin Emily Beecham als beste Darstellerin eine Goldene Palme – für ihre Performance in "Little Joe", mit dem die Wiener Filmemacherin Jessica Hausner heuer im Wettbewerb vertreten war und das im Rahmen der Viennale nun auch seine Österreichpremiere feiern wird. Überhaupt wird Filmkunst made in A auch in diesem Jahr von Sangiorgi, deren Vertrag vor Kurzem bis 2026 verlängert wurde, wieder ein ganz besonderer Stellenwert zugesprochen – unter anderem mit neuen Arbeiten von Sabine Derflinger ("Die Dohnal" über die „Frauenministerin / Feministin / Visionärin“ Johanna Dohnal) und Anja Salomonowitz ("Dieser Film ist ein Geschenk" über den Künstler Daniel Spoerri).

Zu den Nebenschienen und Spezialsektionen, die das Programm in erprobter Weise abrunden, gehören die "Monografien", die sich in aller Ausführlichkeit dem Schaffen ausgesuchter Filmemacher und -innen widmen – heuer u. a. jenem der Berliner Schule-Regisseurin Angela Schanelec ("Ich war zuhause, aber …") – sowie die "Kinematografien", die Filme zu bestimmten Themenkreisen versammeln; stellvertretend sei hier "Der weibliche Blick" über das Schaffen der nahezu vergessenen österreichischen Filmpionierin Louise Kolm-Fleck ins Treffen geführt.