Leonhard Seppala (Willem Dafoe) mit seinem Lead Dog Togo

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03/30/2020

"Togo": Wer Alaskas Heldenhund nicht liebt, muss eine Katze sein

Ein Jahrhundertsturm schneidet die Stadt Nome von der Außenwelt ab. Um dringend benötigte Medikamente zu holen, wagen sich Willem Dafoe und Schlittenhund Togo hinaus in die Kälte.

Mann und Hund, nicht nur eine Erfolgsgeschichte seit mindestens 15.000 Jahren, sondern auch ein beliebtes Thema für Film und Fernsehen seit die Bilder laufen können. Ein gefälligeres (und felligeres) Symbol für Treue, Loyalität und aufopfernde Liebe ist halt schwer zu finden. Ein universellerer Zugang zum Mythos der good old times ebensowenig.

Als in Nome, einer abgelegenen Stadt im nordwestlichsten Eck Alaskas, im Jahr 1925 die Diphterie ausbricht, liegt es an Leonhard Seppala (Willem Dafoe) und seinem Schlittenwunderhund Togo, lebensrettende Medikamente herbeizuschaffen. Ein höllisches Unwetter hat Nome von der Außenwelt abgeschottet, Autos mit Allradantrieb gibt es noch nicht, Flugzeuge müssen witterungsbedingt am Boden bleiben.

Erst will Seppala die gefährliche Aufgabe gar nicht übernehmen, doch unter seiner rauen Schale verbirgt sich (wer hätte es geahnt?) ein weicher Kern, der auch bei extremen Minusgraden nicht gefriert. Togo, einst ein aussortierter Außenseiter, darf beweisen, was abgeschriebene Hunde zu leisten imstande sind.

Stünde nicht Disney hinter dem Film, hätte sich "Togo" womöglich auf wortkarge Outdoor-Action mit Frostbeulen, Knochenbrüchen und in Testosteron getunkten Heldenmut beschränkt. Der Mauskonzern impft dem Abenteuerstreifen familientaugliches Pathos ein, gerade so viel, um dem Musher (aka Schlittenhundeführer), seinem heroischen Lead Dog und den unbarmherzigen Naturgewalten nicht den Schneid abzukaufen.

Als kleines Plus hat Seppala zahlreiche Lebensweisheiten in petto, manche zwar ziemlich ausgelutscht (Maschinen stehlen Jobs!), andere aber erfrischend schräg (heirate keine Belgierinnen, die sind zu weichherzig). Eine Geschichtsstunde bzw. -richtigstellung hat "Togo" auch noch zu bieten. Wer 114 Minuten Spannung nicht erträgt, kann vorab schon mal "Serum Run" googeln.