© BR

Streaming
11/08/2019

"Hindafing" (S2): Weißblaue Geschichten der hinterfotzigen Art

Provinz-Politkaiser Alfons Zischl betätigt sich in den frischen Folgen des schwarzhumorigen Serienkleinods erneut erfolgreich als Vollzeit-Fettnäpfchensteiger.

Die Karriereleiter nach oben gefallen: Wer in der ersten Staffel von Hindafing beobachten durfte, wie tief sich Alfons Zischl (Maximilian Brückner), der Bürgermeister des titelgebenden bayrischen Provinzkaffs, mit einem Gemisch aus Unfähigkeit, Selbstüberschätzung und Profilierungszwang in die Scheiße geritten hat, der kann sich nur wundern. Wundern darüber, dass er nach seinem Rücktritt als Bürgermeister nun plötzlich gar in München im Landtag sitzt. Dort nimmt man das Landei aber so wenig ernst, dass er noch mal eine Wohnung findet … Aber auch hat er noch genügend Gründe, stets in seine Heimat zurückzukehren – viele haben erneut mit falschen Versprechungen und noch falscheren Entscheidungen, manche aber auch mit schlecht versteckten Leichen im Keller zu tun. Und Vater wird der Zischl obendrein!

Es war im Frühjahr 2017 und damit in einer Zeit noch vor "Babylon Berlin" und "Dark", als auf einmal diese Produktion des Bayrischen Rundfunks (!) auftauchte, die so vieles anders und auch ärger machte als die deutsche Serienkonkurrenz – und damit so gut wie alles richtig. Glücklicherweise genauso geil geht es nun weiter: Wie wenn Fargo kopfüber in den dampfenden Korruptionssumpf des Freistaats gehechtet wäre legt "Hindafing" auch in der zweiten Staffel zwischen säurescharfer Satire, irrem Tempo und noch irreren Wendungen ein Level an beseeltem Wahnwitz an den Tag, das wahrlich als fulminant zu bezeichnen ist. 

Ab 07.11. auf arte, ab 26.11. auf BR!