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04/16/2020

"Sergio": Händler des Friedens

Die Lebens- und Erfolgsgeschichte eines nahezu legendären UN-Diplomaten, der Einigung und Frieden schaffen konnte, wo schon alle anderen versagt hatten, feiert auf Netflix Premiere – gewürzt mit liebevollem Sex mit Ana de Armas ("Blade Runner 2049").

Im Irak gibt es für geheimnistuerische Wichtigmacher mit Schießgewehr immer was zu tun, seit die Weltpolizei 2001 auszog, um dort jeden Rest von ziviler Ordnung zu zerstören. Sérgio Vieira de Mello (Wagner Moura) ist allerdings um konstruktiven Input bemüht. Der äußerst begabte Verhandler und Diplomat der UN hatte bereits in Kambodscha einen allerorts für unmöglich gehaltenen Frieden ausgehandelt. Alsbald fand er sich in Ost-Timor wieder, um einen Friedensvertrag zwischen den „Rebellen“ und der indonesischen „Regierung“ einzuleiten. Zweitere hatte wohlgemerkt einen Völkermord mit mehr als 200.000 Toten unter den als Rebellen bezeichneten Inselbewohnern veranstaltet, aber das war zum Glück schon länger her, als Sergio auftauchte. So wurde es ein weiterer seiner diplomatischen Sensationserfolge. Auf Ost-Timor traf der zweifache Familienvater übrigens die flotte Carolina Larriera (eine erblondete Ana de Armas), argentinische UN-Beraterin. Und da funkte es so gewaltig, dass bald richtige Liebe folgte, die Sérgio auch erheblich beflügelt, als er schließlich im Irak landet.

Am Ende wird er lebensgefährlich verletzt unter den Trümmern des UN-Hauptquartiers in Bagdad verschüttet, gesprengt von Terrorführer al-Zarqawi. Wird Sérgio, verlassen von aller Welt(polizei), überleben? Greg Bakers schöne und wahre Geschichte, nicht immer optimal, aber durchgehend hochqualitativ inszeniert, ist die Verfilmung seines eigenen Dokumentarfilms über de Mello aus 2009. Krieg und Frieden, Liebe, Sex und Tod, alles „in echt“ – das reicht für einen guten TV-Abend.

 

Ab 17.04. auf Netflix!