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03/16/2020

"The Valhalla Murders" (S1): Eisige Serienmörderjagd ohne Knarren

Die neueste Krimiserie mit Serienmörder-Plot kommt aus Island. Schusswaffen gibt es in "The Valhalla Murders" nicht, dafür frostige Leichen und roten Schnee.

So spannend sich der hohe Norden derzeit in Film, TV und Literatur präsentiert, so schamlos verschandelt man hierzulande seine Titel. Da wird schon mal aus einem "som hatar kvinnor" (zu Deutsch: "Männer, die Frauen hassen") ein nichtssagendes "Verblendung".

Im Fall der "Valhalla Murders" erscheint die Umbenamsung ausnahmsweise sinnvoll. "Brot" heißt die Serie im isländischen Original; der Titel erweist sich auch in der deutschen Übersetzung ("Verletzung") als wenig aussagekräftig. "The Valhalla Murders" ist treffender gewählt, auch wenn nordische Mythologie, Wikinger-Tattoos und Blood Eagles erstmal keine Rolle in der Serie spielen.

Obwohl, der jüngste Mord im Hafen von Reykjavík hat eindeutig eine mystische Komponente. Das Opfer wurde mit mehreren Messerstichen niedergestreckt und anschließend um seine Augen erleichtert. Als ein zweiter Toter mit identen Wunden auftaucht, hat das kleine Island inoffiziell seinen ersten Serienmörder. Die erfahren Kommissarin Kata (Nína Dögg Filippusdóttir) und ihr aus Oslo angeforderter Kollege Arnar (Björn Thors) folgen der blutigen Spur in das verlassene Kinderheim Valhalla.

"The Valhalla Murders" ist ein klassischer Krimi mit Serienmörderplot, sprich für Spannung ist gesorgt, das Genre wird aber nicht neu erfunden. Bemerkenswert ist neben der atemberaubenden Kulisse der Serie (Gletscher und verschneite Hänge) vor allem die Tatsache, dass die Cops ohne Knarren ermitteln. In Island ist die Exekutive prinzipiell unbewaffnet.

"The Valhalla Murders" – seit 13. März auf Netflix verfügbar.