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12/20/2019

"The Witcher" (S1): Gelungene Umsetzung der gefeierten Romane

Die Synthese aus "Der Herr der Ringe" und "Game of Thrones" kommt aus Polen: Nach Kurzgeschichten, Topseller-Romanen und einem zuletzt echt epochalen Welterfolg als Videogame schwingt Geralt von Riva sein Silberschwert nun auf Netflix – in der Gestalt von Henry „Superman“ Cavill. Ein Must-See.

Ein rauer Kontinent in grauer Vorzeit. Zahlreiche Kriege haben die Menschen zur herrschenden Rasse gemacht. Elfen, Zwerge und sonstige „Anderlinge“ werden von vielen als minderwertig diskriminiert. Und die Kaste der mächtigen, magiegeschulten Hexer, einstiges Bollwerk gegen übernatürliche Schattenkreaturen, ist heute gefürchtet und verachtet – außer es gibt gerade wo ein lästiges Monster zu beseitigen. Geralt von Riva (Henry Cavill) ist so ein Hexer, einer der wenigen noch übrigen. Und ein legendärer noch dazu – auch bekannt unter dem Namen "Schlächter von Blaviken". Zaubertränke und magische Energien haben ihn mutieren lassen. Sein Haar ist schlohweiß geworden, seine Augen strahlen jetzt bernsteinfarben. Daran erkennt man ihn von Weitem, wenn nicht an seinen beiden Schwertern – eines eisern, das andere aus Silber – und der unvergleichbar wendigen Art, wie er selbige zu schwingen weiß, wenn seine Zauberkräfte einmal nicht mehr ausreichen.

Geralt ist so eine Art Söldner. Er zieht über den Kontinent und heuert dort an, wo Menschen auffällig gewordene Strigas, Kikimoras und sonstiges Gewürm des Bösen beseitigt haben wollen. Geralts einzige Schwäche sind die Frauen. Während er die Hexe Yennefer (Anya Chalotra) nicht aus dem Kopf kriegt, verzehrt sich die bezaubernde Heilerin Triss (Anna Shaffer) vergeblich nach ihm. Deren Schützling, Prinzessin Ciri (Freya Allan), eine in Ausbildung befindliche Nachwuchs-Hexe, wird den Geschehnissen allerdings eine krasse Wendung geben. Das Schicksal führt Geralt zu ihr, und schon bald zeichnet sich ab, dass die ungewöhnliche Liaison an eine drohende Katastrophe geknüpft ist, die den gesamten Kontinent in Finsternis stürzen könnte. 

Der polnische Romanautor Andrzej Sapkowski hat seinem Land einen beispiellosen internationalen Popkultur-Hit beschert – vor allem, seit mit "Witcher 3 – Wild Hunt", in dem Ciri von der „Wilden Jagd“ entführt wird, als bahnbrechendes und richtungsweisendes Open-World-Fantasy-Game die Latte für Spiele ähnlicher Art auf ein zuvor unerreichtes Level gelegt hat. Nun warten Millionen eingefleischter Hardcore-Fans, die sämtliche der unzähligen Witcher-Kurzgeschichten, -Romane, -Comics und -Games auswendig kennen, mit schwitzigen Händen auf die neue Netflix-Serie. Dass sie das Zeug hat, die Leere seit dem Ende von "Game of Thrones" zu füllen, sei den involvierten Talenten gedankt – vor allem Producerin Lauren Schmidt Hissrich ("Daredevil", "Umbrella Academy") und "Superman" Henry Cavill in der Hauptrolle.

 

"The Witcher" – ab 20. Dezember auf Netflix verfügbar