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04/24/2020

"Tyler Rake: Extraction": Action brutal auf Netflix

Von einem Drogen- und Waffenschieber-Paten engagiert, begibt sich Söldner Tyler Rake (Chris Hemsworth) auf die schlimmste Mission seines Lebens: Er soll den entführten Sohn des Paten aus dem asiatischen Drogendschungel raushauen.

Man hört viel über die bodenlose Gewalt, mit der Drogengangster in Südamerika ihre Geschäfte verrichten, und vergisst dabei gern, dass Südostasien mit demselben Karacho schon viel länger in die Vollen geht. Hier hat man den Brown Sugar besonders gern, ein ganz übles Zeug, das der deutsche Pharmakonzern Bayer erfunden hat. Aber auch Crack, Crystal Meth und Glock lieben die Verrückten und Asozialen hier über alles. 

Wenn du z. B. auf Bali im Gefängnis unter Zwangsarbeit Drogen für die Touristen herstellen musst, hast du es noch gut erwischt. Jedenfalls deutlich besser als der junge Mann, der nun irgendwo im undurchdringlichen Geflecht aus Wellblechhütten, windschiefen Plattenbauten und waffenstrotzenden Nobelvierteln zwischen sumpfigen Flussnebenläufen und heruntergekommenen tropischen Parkanlagen in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesh, als Geisel einiger der übelsten Kameraden, die je ihre Abzugfinger an deutsche oder österreichische Waffenpräzisionsarbeit gelegt haben, um sein Leben fürchten muss. Vor allem dann, wenn Papa im Häfen sitzt und nicht, wie sonst, mit aller Gewalt aus der Patsche helfen kann. Papa, das ist übrigens auch ein ganz, ganz mieser Typ. Auch einer von den Drogen- und Waffenschiebern. Wenn so einer mit seinesgleichen zu streiten anfängt, werden eben ganz schnell Kinder entführt und umgebracht. Was kann der Papa hinter seinen Stahlbarren also ausrichten? Er wendet sich an einen möglichst gewaltbereiten Kerl, der für Geld alles macht. So einer ist Tyler Rake (Chris Hemsworth): ein Söldner, der um des Geldes willen für fremde Herren in Kriege zieht, die ihn eigentlich einen Dreck angehen. Unterste Schublade also – genau das, was ein Waffenschieber braucht, um sein Kind aus den Armen der grässlichen Entführer zu befreien. Freilich hat Papa nicht bedacht, dass Tyler Rake tatsächlich überhaupt nichts zu verlieren hat und methodisch vorgeht, als hätte er den sehnlichsten Todeswunsch seit Kurt Cobain …  

Zum Glück war Thors Bierbauch eine Körperprothese, sonst wäre Chris Hemsworth spätestens auf halbem Weg nach Dhaka in einem Rinnsal in Kalkutta an Malaria verreckt. Ist er nicht, deshalb dürfen wir uns auf knappe zwei Stunden Action freuen, in Indien, Thailand und Bangladesh gedreht von Sam Hargrave, dem Stunt Coordinator von "Avengers: Endgame".

Ab 24. April 2020 auf Netflix