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01/10/2020

"The Righteous Gemstones": TV-Prediger als Streaming-Juwele

Sons (and Daughter) Of A Preacher Man. So wahr ihm Gott helfe, zieht ein Fernsehprediger-Clan seinen Schäfchen das Geld aus der Tasche – bis eine Erpressung die Dynamiken innerhalb der Dynastie bös durcheinanderwirbelt. Schwarzhumoriges Serienjuwel von und mit Danny McBride ("Eastbound & Down").

Wo das große Geld regiert, sind große Egos nicht weit. Und damit auch nicht der große Spaß, wenn man solch verdrehte Wahrnehmungen der Welt und der eigenen Person in beißenden Witz zu gießen vermag. Dass Danny McBride derben Schmäh mit aufrichtigem Verständnis für seine selten liebenswerten Figuren vermählen kann, das hat der Comedian mit "Eastbound & Down" und "Vice Principals" vorzüglich vergnüglich bewiesen – nun legt er sein bislang stimmigstes Satire-Schmankerl für HBO vor.

"The Righteous Gemstones" entführt uns in die bizarre Welt einer Fernsehpredigerfamilie, die ihren Tausenden Anhängern im Namen des Herren gehörig viel Geld abknöpft. Hinter den Kulissen ist indes wenig eitel Wonne, hier geschieht strikt das, was Vater unser, der Prediger-Patriarch Eli (John Goodman), will, um dessen Gunst die Kinder Jesse (McBride selbst), Judy (Edi Patterson) und Kelvin (Adam DeVine) rücksichtslos rittern. Das ohnehin fragile Familiengefüge wird auf eine zusätzliche Probe gestellt, als Jesse mit einem höchst heiklen Video erpresst wird und eine echt schlechte Reaktion darauf eine verhängnisvolle Kettenreaktion auslöst.

Gerade im Einfangen des Entgleisens der Ereignisse ist McBride wieder eine Klasse für sich – zwischen schwarzhumoriger Tragikomik und schmerzhafter Fremdscham-Triggerung liegt hier oft nur eine einzige groteske Wendung, die einem hochamüsant vor Augen führt, dass Großspurigkeit und Kleingeistigkeit näher beieinanderliegen, als es sich diese charakterbefreiten Charaktere selbst je eingestehen würden.

"The Righteous Gemstones" – ab 14. Jänner auf Sky Atlantic und Sky X.