© 20th Century Fox

01/27/2020

Trotz Disney: Deadpool bleibt brutal und obszön

Durch den Kauf von 20th Century Fox hat Disney auch die Rechte an Deadpool erlangt. Die Drehbuchautoren seiner ersten zwei Leinwandabenteuer zerstreuten aber Fan-Sorgen, dass nun Kindertauglichkeit angesagt wäre.

Disney ist unter anderem für herzerwärmende Animationsfilme, bewegende Family-Movies und heroische Superhelden-Abenteuer bekannt. Als Quell derber, blutgetränkter Action-Komödien hat sich das Studio hingegen bisher nicht wirklich hervorgetan. Dass mit der Aquirierung der Filmproduktions-Anteile von Fox neben den X-Men und den Fantastic Four auch der großgoscherte Antiheld Deadpool beim Mäuse-Konzern seine neue Heimat gefunden hat, sorgte daher nicht ganz unverständlich bei den Fans für eher gemischte Gefühle. Schließlich war einer der wichtigsten Faktoren für den Erfolg des Films, dass sich Ryan Reynolds in der Rolle kein Blatt vor den Mund nehmen musste und auf Jugendfreigaben fröhlich gepfiffen wurde.

Die Drehbuchautoren der ersten beiden Teile machen sich hingegen offenbar keinerlei Sorgen, dass aufgrund der neuen Firmenstrukturen für Teil 3 kindertauglicher Familienspaß angesagt wäre. Auf die Frage, ob er an einen R-Rated Deadpool unter dem Disney-Banner glaubt, antwortete Autor Rhett Reese kürzlich in einem Interview mit ScreenRant nämlich wie folgt:

"Absolut, weil ich nicht glaube, dass er unter dem Disney-Banner laufen wird. Ich glaube nicht, dass wenn man in Deadpool 3 geht, dort das Zauberschloss auftauchen wird. Ich glaube er wird unter dem Fox Banner laufen, also ja!"

Zwar verblüfft dabei, dass "Fox" von Disney doch eigentlich gerade erst aus dem Namen des einverleibten Studios gestrichen wurde. Gemeint ist aber wohl einfach, dass die zukünftigen Abenteuer des Kämpfers im roten Ganzkörperkondom unter der Flagge der nun neu benannten 20th Century Studios laufen sollen – und dass auch weiterhin exzessive Gewaltdarstellung und ein loses Mundwerk angesagt wären.

Dazu passen auch die Ankündigungen Disney-Chef Bob Iger. So will das Studio in Zukunft R-Rated-Produktionen wie "Deadpool" herausgeben, wenn es Sinn macht. Eine Zukunft im MCU, die sich Ryan Reynolds immer wieder gewunschen hat, rückt aber andererseits eher in die Ferne, wenn die Filme nicht einmal unter dem selben Studio-Label laufen. Ganz abgesehen davon, dass die Witze bei Avengers, Guardians of the Galaxy und Co. bekanntlich deutlich weniger ruppig sind als beim strikten Erwachsenen-Programm "Deadpool".